Europäische Sprachkritik Online (ESO)
DE

Sprachkritik Europäisch

Standardisierung und Sprachkritik

Bd. 2 · 2018

Europäisch · Vergleichsartikel

Standardisierung und Sprachkritik in europäischer Perspektive

Ekkehard Felder, Elisa Manca, Verena Weiland

In diesem Vergleichsartikel werden die Standardisierungsprozesse, die in den einzelsprachlichen Artikeln jeweils für das Deutsche, Englische, Französische, Italienische und Kroatische behandelt werden, in vergleichender Perspektive betrachtet. Hierbei geht es sowohl um Aspekte der Diachronie, welche die Herausbildung von Normen für die geschriebene und gesprochene Sprache betreffen, als auch um synchrone Gesichtspunkte wie aktuelle plurizentrische Normtendenzen oder um Fragen der Orthographie. Aus beiden Blickpunkten wird insbesondere auch auf die Rolle der betreffenden Kodifizierungsinstanzen eines Standards eingegangen.

Zitieren

Felder, Ekkehard / Manca, Elisa / Weiland, Verena (2018): Standardisierung und Sprachkritik in europäischer Perspektive. In: Handbuch Europäische Sprachkritik Online (HESO), Bd. 2. DOI: 10.17885/heiup.heso.2018.0.23856

Einzelsprachliche Artikel zum Thema

Bd. 2 · 2018

Einzelsprachlich · Deutsch

Standardisierung und Sprachkritik im Deutschen

Ekkehard Felder, Katharina Jacob

Abstract

Standardisierung wird vor allem im Bereich sprachhistorischer und varietäten- bzw. soziolinguistischer Arbeiten behandelt. In der germanistischen Sprachkritik wurde die Rolle von Standardisierung bislang noch nicht eingehend betrachtet. Zu beobachten ist allerdings, dass Standardisierungsgesichtspunkte in der germanistischen Sprachkritik zur Erklärung sprachkritischer Fragestellungen oder als Beurteilungskriterium herangezogen werden. In dem vorliegenden Artikel werden Formen der Sprachreflexion und Sprachkritik als Regulierungsmomente dargestellt, um Mündlichkeit und Schriftlichkeit an Standards auszurichten. Zum einen werden Instanzen benannt (z. B. Kirche, Adel, Bürgertum, Gelehrte, Sprachgesellschaften, Schriften oder rhetorisch-stilistische Prinzipien), die im Standardisierungsprozess als Orientierung herangezogen wurden, zum anderen werden Bereiche genannt (z. B. Lexik, Syntax), die standardisiert werden sollten. Neben der historischen Perspektive, liefert der Artikel einen Blick auf gegenwärtige Fragestellungen der Standardisierung, die mit Sprachkritik in Zusammenhang stehen.

Zitieren

Felder, Ekkehard / Jacob, Katharina (2018): Standardisierung und Sprachkritik im Deutschen. In: Handbuch Europäische Sprachkritik Online (HESO), Bd. 2. DOI: 10.17885/heiup.heso.2018.0.23861

Bd. 2 · 2018

Einzelsprachlich · Englisch

Standardisierung und Sprachkritik im Englischen

Beatrix Busse, Ruth Möhlig-Falke, Bryan Vit

Abstract

In den gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen dazu, was als Sprachnorm gilt oder gelten soll, spielt die Sprachkritik – mit ihrer Bewertung von sowohl Sprache als auch deren Sprechern – eine zentrale Rolle. Dieser Artikel gibt einen Überblick darüber, wie sich die Einstellungen zum geschriebenen und gesprochenen Standard British English in verschiedenen sozio-historischen Kontexten verändert haben. Im Englischen lässt sich historisch eine Tendenz beobachten, die im 18. Jahrhundert mit der Orientierung an der Sprache der gebildeten britischen (Londoner) Oberschicht beginnt und sich im Laufe des 20. Jahrhunderts langsam hin zu einer Akzeptanz und Wertschätzung von lokalen Dialekten und anderen Standardvarietäten als dem Britischen Englisch entwickelt. Für eine lange Zeit jedoch wurde die Fähigkeit, sich in ‘korrekter’, d. h. standardkonformer Sprache auszudrücken, mit guter Erziehung, standesgemäßem sozialen Verhalten und Bildung assoziiert. Diese Sichtweise ist auch heute noch vielfach unterschwellig vorhanden, im Britischen Englischen ebenso wie in anderen nationalen Varietäten des Englischen, wie beispielsweise dem Amerikanischen Englisch. Standardisierung und Sprachnormen spielen zudem in den öffentlichen Debatten um politisch korrekten Sprachgebrauch eine Rolle, sowie in den akademischen Diskussionen über den Einfluss des allgemeinen Sprachgebrauchs auf unsere gesellschaftlichen Einstellungen gegenüber bestimmten sozialen Gruppen.

Zitieren

Busse, Beatrix / Möhlig-Falke, Ruth / Vit, Bryan (2018): Standardisierung und Sprachkritik im Englischen. In: Handbuch Europäische Sprachkritik Online (HESO), Bd. 2. DOI: 10.17885/heiup.heso.2018.0.23866

Bd. 2 · 2018

Einzelsprachlich · Französisch

Standardisierung und Sprachkritik im Französischen

Sybille Große

Abstract

In diesem Artikel wird der Zusammenhang von Standardisierung und Sprachkritik im Französischen untersucht. Dieser ist insbesondere durch die allgemein retrospektiven Tendenzen sowie die besondere Relevanz der Prestigefrage des Französischen von Interesse. Die historischen Betrachtungen zeigen, wie die Standardisierung des Französischen seit dem 15. Jahrhundert bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verlief, wobei insbesondere auf die spezifische Rolle des Großraums Paris eingegangen wird. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf dem 17. sowie 18. Jahrhundert, in welchen der gute Sprachgebrauch (bon usage) am königlichen Hof ausschlaggebend war. Die Erläuterungen zur Gegenwart betreffen aktuelle Entwicklungen in den Bereichen der Lexik, der Orthographie sowie der Grammatik. Sowohl für die diachronen als auch für die synchronen Untersuchungen werden die beteiligten Akteure sowie die Mittel zur Umsetzung der Standardisierungsprozesse genannt. Den vollständigen und zitierfähigen Artikel kostenlos lesen und herunterladen.

Zitieren

Große, Sybille (2018): Standardisierung und Sprachkritik im Französischen. In: Handbuch Europäische Sprachkritik Online (HESO), Bd. 2. DOI: 10.17885/heiup.heso.2018.0.23868

Bd. 2 · 2018

Einzelsprachlich · Italienisch

Standardisierung und Sprachkritik im Italienischen

Elisa Manca, Edgar Radtke

Abstract

Standardisierung und Sprachkritik im Italienischen haben eine komplizierte Geschichte mit berühmten Teilnehmern. Viele Gelehrte, die sich während der questione della lingua fragten, welche die beste sprachliche Lösung sein könnte, um dem italienischen Volk eine allgemeine Sprache zu schenken, wurden durch die Suche nach der Standardvarietät auf den Weg zur Sprachkritik getrieben. Während die Sprachkritik im Italienischen sich in der ersten Phase präskriptiv äußerte, mit der Demokratisierung der Sprache, der Akademien und der Universitäten, nahm sie in der neuesten Phase eine substantiell deskriptive Rolle an, womit sie einfach die neuesten sprachlichen Phänomene beobachtet.

Zitieren

Manca, Elisa / Radtke, Edgar (2018): Standardisierung und Sprachkritik im Italienischen. In: Handbuch Europäische Sprachkritik Online (HESO), Bd. 2. DOI: 10.17885/heiup.heso.2018.0.23870

Bd. 2 · 2018

Einzelsprachlich · Kroatisch

Standardisierung und Sprachkritik im Kroatischen

Jadranka Gvozdanović, Iva Petrak

Abstract

Die Entwicklung der kroatischen Schriftsprache ist von einer langen Geschichte und kontinuierlichen Sprachtradition geprägt, welche schon mit dem Auftreten der ersten kroatisch geprägten altkirchenslavischen Texte in Dalmatien im 11. Jahrhundert begann. Die Idee eines kroatischen Nationalbewusstseins und eines Zusammengehörigkeitsgefühls wurde seitdem zu einer treibenden Kraft in der Entwicklung der kroatischen Sprache und ihrer Standardisierung. In diesem Sinne hatte die Normierung und später auch die Standardisierung des Kroatischen im Laufe ihrer Geschichte immer einen ideologischen, politischen und symbolischen Aspekt und war daher mit Sprachkritik, Sprachreflexion und Sprachpurismus eng verknüpft. Daraus resultierend bildete sich die typische Dynamik öffentlicher Sprachreflexion in Kroatien: Sprachkritische Diskussionen befassen sich mit der Etablierung der Sprachnormen, welche abweichende Formen (insbesondere lexikalische Einheiten) kritisieren und als weniger „kroatisch‟ bezeichnen. In diesem Zusammenhang entstand im Kroatischen eine Verbindung zwischen den Bemühungen einer Standardisierung und dem sozialen und politischen Wandel.

Zitieren

Gvozdanović, Jadranka / Petrak, Iva (2018): Standardisierung und Sprachkritik im Kroatischen. In: Handbuch Europäische Sprachkritik Online (HESO), Bd. 2. DOI: 10.17885/heiup.heso.2018.0.23872

Kooperationspartner