Europäische Sprachkritik Online (ESO)
DE

Hier finden Sie Abstracts zu den über das Online-Handbuch publizierten Artikeln zu induktiv aus den Sprachkulturen erschlossenen Konzepten. Hierunter fallen grundlegende sprachkritische Themen wie etwa „Sprachnormierung und Sprachkritik“, „Standardisierung und Sprachkritik“, “Sprachpurismus und Sprachkritik”, “Sprachinstitutionen und Sprachkritik” oder etwa “Sprachideologien und Sprachkritik”. Über den Reiter „Sprachkritik – Europäisch“ gelangen Sie zu den Vergleichsartikeln, die diese Themen in sprach- und kulturvergleichender Perspektive (im Deutschen, im Englischen, im Französischen, im Italienischen und im Kroatischen) reflektiert.

Deutsch Englisch Französisch Italienisch Kroatisch

Bd. 5 · 2025S. 441–451

Sprachideologien

Sprachideologien und Sprachkritik im Italienischen

Antje Lobin

Abstract

In der Republik Italien haben heute neben der Amtssprache Italienisch auf lokaler Ebene das Französische, das Deutsche, das Ladinische und das Slowenische kooffiziellen Status. Insgesamt genießen zwölf Minderheitensprachen einen Sonderstatus. Seit dem ausgehenden Mittelalter besteht ein ausgeprägtes Bewusstsein darüber, dass sich natürliche Sprachen in Form verschiedener Varietäten manifestieren. Der allmähliche Prozess der Überdachung der unterschiedlichen Mundarten durch das Florentinische wurde beständig von wertenden positiven wie negativen Stellungnahmen begleitet. Diese lassen sich zwei komplementären Strömungen zuordnen. Während die eine dem Monolinguismus verpflichtet ist und eine literarisch-ästhetische bzw. später ideologisch-politische Argumentationslinie verfolgt, ist die andere pluralistisch ausgerichtet. Die Aushandlungen im Zusammenhang mit der Varietätenvielfalt sind ebenso wie die im Laufe der Jahrhunderte vorkommenden und konkurrierenden Glottonyme, die Bezeichnungen für sprachliche Minderheiten, die Positionierungen gegenüber dem angloamerikanischen Einfluss oder auch die Diskussionen um Normverschiebungen im Sinne der sog. political correctness Ausdruck und Träger von sprachlichen Ideologien, die hier exemplarisch präsentiert werden.

Zitieren

Lobin, Antje (2025): Sprachideologien und Sprachkritik im Italienischen. In: Handbuch Europäische Sprachkritik Online (HESO), Bd. 5, S. 441–451. DOI: 10.17885/heiup.heso.2025.5.25239

Bd. 4 · 2019

Sprachinstitutionen

Sprachinstitutionen und Sprachkritik im Italienischen

Elisa Manca, Edgar Radtke

Abstract

Die bekannteste italienische Sprachakademie ist die Accademia della Crusca, die in der Entwicklung der sogenannten Questione della Lingua eine wichtige Rolle hatte. Trotz ihres großen Erfolges löste die erste Fassung des Wörterbuches der italienischen Sprache von der Accademia della Crusca heftige Kritiken aus, vor allem während der Aufklärung. Seit einigen Jahrzehnten hat sich die Rolle der Accademia della Crusca stark verändert: Sie gilt als istituzione autorevole, die sich um die Sprachpflege und die modernen Sprachentwicklungen kümmert. Durch das Informationsblatt La crusca per voi und ihre Webseite www.accademiadellacrusca.it sensibilisiert sie für sprachkritische Fragen und antwortet auf Unsicherheiten im Sprachgebrauch.

Zitieren

Manca, Elisa / Radtke, Edgar (2019): Sprachinstitutionen und Sprachkritik im Italienischen. In: Handbuch Europäische Sprachkritik Online (HESO), Bd. 4. DOI: 10.17885/heiup.heso.2019.1.24084

Bd. 3 · 2018

Sprachpurismus

Sprachpurismus und Sprachkritik im Italienischen

Luisa Larsen, Elisa Manca, Nelson Puccio, Till Stellino

Abstract

Die Reinheit der Sprache ist ein Hauptthema der italienischen Sprachgeschichte, das schon während der sogenannten questione della lingua aufgetaucht ist. Jedoch mündet erst einige Jahrzehnte vor der Einheit Italiens das Anstreben der Reinheit der Sprache mit Antonio Cesari und Basilio Puoti im echten Sprachpurismus. Die Verurteilung von Fremdwörtern und Neologismen, die als Barbarismen bezeichnet werden, und von allem, was die Reinheit der Sprache und ihren Ursprung (die Sprache des Trecento) beschmutzen kann, ist gnadenlos. Ein Jahrhundert nach der Überwindung des ersten Sprachpurismus folgt der faschistische Neupurismus.

Zitieren

Larsen, Luisa / Manca, Elisa / Puccio, Nelson / Stellino, Till (2018): Sprachpurismus und Sprachkritik im Italienischen. In: Handbuch Europäische Sprachkritik Online (HESO), Bd. 3. DOI: 10.17885/heiup.heso.2018.0.23893

Bd. 2 · 2018

Standardisierung

Standardisierung und Sprachkritik im Italienischen

Elisa Manca, Edgar Radtke

Abstract

Standardisierung und Sprachkritik im Italienischen haben eine komplizierte Geschichte mit berühmten Teilnehmern. Viele Gelehrte, die sich während der questione della lingua fragten, welche die beste sprachliche Lösung sein könnte, um dem italienischen Volk eine allgemeine Sprache zu schenken, wurden durch die Suche nach der Standardvarietät auf den Weg zur Sprachkritik getrieben. Während die Sprachkritik im Italienischen sich in der ersten Phase präskriptiv äußerte, mit der Demokratisierung der Sprache, der Akademien und der Universitäten, nahm sie in der neuesten Phase eine substantiell deskriptive Rolle an, womit sie einfach die neuesten sprachlichen Phänomene beobachtet.

Zitieren

Manca, Elisa / Radtke, Edgar (2018): Standardisierung und Sprachkritik im Italienischen. In: Handbuch Europäische Sprachkritik Online (HESO), Bd. 2. DOI: 10.17885/heiup.heso.2018.0.23870

Bd. 1 · 2017S. 129–133

Sprachnormierung

Sprachnormierung und Sprachkritik im Italienischen

Edgar Radtke, Luisa Larsen

Abstract

Der Terminus ›Sprachnormenkritik‹ ist der italienischen Wissenschaftstradition völlig fremd und damit eigentlich unübersetzbar. In Bezug auf die wörtliche Übersetzung „critica delle norme linguistiche“ wird auch der Ausdruck „riflessioni sulla lingua“ vorgeschlagen.In der diachronen Perspektive war die Normenfragestellung des Italienischen mehrmals durch die sogenannte „questione della lingua“ in Angriff genommen worden. Solche mit dem Terminus Sprachnormenkritik verbundenen Fragenstellungen wurden von Puristen des Risorgimentos auch im Vorgriff auf die politische Einigung Italiens gestellt. Vor kurzem ist ein anderer wichtiger Beitrag der Accademia della Crusca im Rahmen des Bulletins „La Crusca per voi“ erschienen. Die neuesten Beiträge zu den „riflessioni sulla lingua“ heben einen progressiven Abbau des Polymorphismus in der Schriftsprache hervor, der in die Integration sprechsprachlicher Elemente in den Standard (mit einer zunehmenden Stärkung der Informalität der Sprache) und in die Regression eines monozentrischen toskanischen Modells mündet. Die Etablierung von neuen Formen geschieht in verschiedenen Kanälen: Identitätszuschreibung der Italianità im Zusammenhang mit der Toskaniesierung, Purismus in Bezug auf Fremdwörter, die sprachliche-legislative Rolle des Faschismus, die Rolle der Schulinstitutionen in der „educazione linguistica“ seit 1969 sowie die Rolle der Massenmedien für die Verbreitung des informellen Sprachgebrauchs.

Zitieren

Radtke, Edgar / Larsen, Luisa (2017): Sprachnormierung und Sprachkritik im Italienischen. In: Handbuch Europäische Sprachkritik Online (HESO), Bd. 1, S. 129–133. DOI: 10.17885/heiup.heso.2017.0.23720

Kooperationspartner